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Lindenberger Volleyballer holen den Meistertitel
Die ganze Saison hat es sich angedeutet, nun ist der Meistertitel perfekt
Keine Mannschaft konnte die Lindenberger Volleyballer bisher besiegen. Nun haben sie sich zwei Spieltage vor Saisonende den Meisterschaftspokal gesichert: Der 3:1 Heimsieg gegen Wittenberge Jugend besiegelte den Erfolg auf ganzer Linie.
Der Blick auf die Tabelle in der Volleyball Kreisliga lässt sich ein wenig merkwürdig an: Teams aus Städten wie Wittenberge, Perleberg, Pritzwalk oder Karstädt spielen zwar oben mit, doch der erste Platz wurde von den Lindenbergern vom ersten Spieltag an verteidigt. Doch wie kommt es, dass gerade eine Mannschaft aus einem Dorf mit rund 350 Einwohnern die Konkurrenz so deutlich dominiert, wie die Lindenberger in dieser Saison tun?
Fragt man einen, der es wissen muss, erhält man diese Antwort: „Wir haben eine wirklich tolle Saison hingelegt. Vor allem war es eine geschlossene Mannschaftsleistung“, so der Kapitän Falko Dietsch. Lindenberg hat die gesamte Saison mit einem Kader aus acht Spielern bestritten. „Wir haben Glück gehabt, dass wir oft auf alle zurückgreifen konnten. Wenn wir aus dem Vollem schöpfen können, haben wir eine schlagfertige Truppe“, urteilt Angreifer Georg Schmidt die Personalsituation. Denn wie viele Vereine hat auch der LSV um dem Nachwuchs zu kämpfen. Bis auf den Zuspieler 18-jährigen Zuspieler Fritz Habekuß, der schon fest ins Team integriert ist, ist kein Nachwuchs in Sicht, obwohl dieser willkommen wäre.
Doch auch der Not ist deshalb scheinbar eine Tugend geworden: die Lindenberger sind eine eingeschworene und vor allem gut eingespielte Truppe. Die Jüngeren können von Erfahrungen der Älteren profitieren. Bestes Beispiel sind Martin Jennerjahn und sein Vater Rico, die als Angreifer eine feste Stütze des Teams bilden. Auch der 53-jährige Dieter Zell ist ein Ruhepol im Gefüge des Teams. Wenn bei Spielen mit voller Kaderbesetzung seine Einwechslung auf sich warten lässt, so ist gerade in hektischen Phasen mit seiner Erfahrung ein wichtiger Mann.
Besonders bei Heimspielen, hat die Mannschaft aber immer eine Trumpf in der Hand, der so manches Mal zu einer Höchstleistung anspornt: die heimischen Fans. „Unsere Fans machen eine tolle Stimmung in der Halle. Diesen Vorteil sollte man nicht unterschätzen: im letzten Spiel kamen rund 30 Menschen, die uns einen zusätzlichen Schub, gerade in schwierigen Situationen, geben.“, sagt Lindenberger Robert Schmidt.
Das größte Kapital sind jedoch Lindenbergs Angreifer. Mit dem einfachen Zuspielsystem müssen diese taktischen Defizite durch entsprechende Klasse im Angriff wettgemacht werden. Neben dem Blocker und Angreifer Erik Fedrau, der in dieser Saison aus Pritzwalk zurückkehrte, sind es die beiden Brüder Robert und Georg Schmidt, die für die Punkte zuständig sind. Zum Volleyball sind beide schon im Kindesalter gekommen: Vater Hartmut Schmidt baute Anfang der 1980-er Jahre die Mannschaft auf, die vor zwei Jahren den ersten Meistertitel holte.
Eine Tragödie überschattete diese Spielzeit, denn im November erlag Hartmut Schmidt einer Krankheit. In einer Gedenkansprache seines Freundes und Mitspielers Rainer Knurbien würdigte er ihn als „jemanden, der eine Spur hinterlassen hat“. Deshalb brannte auch bei jedem Heimspiel eine Kerze neben dem Trikot an seinem alten Platz. „Den Titel haben wir für Hartmut geholt“, so Rainer Knurbien weiter. Deshalb spielte Lindenberg auch die Saison zu Ende, auch und besonders mit den Söhnen Robert und Georg. „Jetzt erst recht“, war die Reaktion auf die Endscheidung, weiterspielen zu wollen.
Trotz der dominierten Saison will Lindenberg in der Kreisliga bleiben, so wie es Falko Dietsch schon im Interview mit der MAZ ankündigte. Die fehlenden finanziellen Mittel, die Sporthalle und das Zeitproblem machen es unmöglich, höherklassiger zu spielen. „Wir sind in der Kreisliga genau richtig aufgehoben“, so Dietsch damals, und das hat auch jetzt noch Bestand.
Auch wenn der LSV sich in der Kreisliga am wohlsten fühlt, ist es eine beeindruckende Leistung, die die Volleyballer über die gesamte Saison abrufen konnten.
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